Stellungnahme deutsch Musterbeispiel

Folgen Sie der New York Times Opinion-Sektion auf Facebook, Twitter (@NYTopinion) und Instagram. Seit ich in die USA gezogen bin, habe ich bemerkt, dass deutsche Medien die USA oft als alles andere als einen Freund darstellen. Und seit zwölf Jahren stelle ich mir immer wieder die Frage: Wie kann man in den USA leben? Ich musste mir eine Reihe sehr unaufgeklärter Meinungen über Amerika anhören. Es ist schwer, irgendeine Form von Freundschaft in solchen Ansätzen zu erkennen. Doch anders als in der Vergangenheit wird der Hass nun rücksichtslos und ohne Zurückhaltung zum Ausdruck gebracht. Die Empörung ist dementsprechend gewachsen. Wie kam es dazu? Schließlich geht dieses Land seit Jahrzehnten vorbildlich mit seiner Schuld um und wird von vielen Ländern zu Recht als Vorbild hochgehalten. Dennoch muss etwas schief gelaufen sein. Man hört oft, dass Schulen die Schüler nicht genug über die NS-Zeit unterrichten. Ähnliche Kritik ist übrigens an der kommunistischen Diktatur der DDR zu hören. Herr Bittner ist Co-Leiter der Debattenabteilung der Wochenzeitung Die Zeit und Meinungsmacher.

HAMBURG , Deutschland – Zwei Dinge lassen Bundeskanzlerin Angela Merkel aus Deutschland wie einen vorbildlichen Regierungschef aussehen: Donald Trump und Boris Johnson. Gemessen an den Ärmsten der Benchmarks erscheint Frau Merkels Kanzlerschaft auch nach 14 Jahren im Amt stabil, klug und vorbildlich. Gemessen an der Führung, die Deutschland und Europa brauchen, fehlt es an all dem, was oben steht. Obwohl am vergangenen Wochenende rund 200 Menschen in Berlin gegen die Abschaltmaßnahmen protestierten, deuten Umfragen darauf hin, dass eine Mehrheit der Deutschen die aktuellen Beschränkungen immer noch akzeptiert und meist befolgt, sagt Cornelia Betsch, Expertin für Gesundheitskommunikation an der Universität Erfurt, die zusammen mit Kollegen wöchentliche Umfragen von 1000 Menschen über ihr Wissen und ihre Meinungen zu COVID-19 durchführt. “Der größte Öffnungsdruck kommt von den Führungskräften der Wirtschaft” und nicht von der Öffentlichkeit, sagt sie. Sie stellt jedoch fest, dass die Sorge um die Wirtschaft – und dass die Krise die Ungleichheit noch verstärken wird – in den letzten Wochen sehr hoch geblieben ist, während die Sorgen über eine Überwältigung des Gesundheitssystems zurückgegangen sind. Die Debatte ist in vielen Ländern bekannt, in denen die Zahl der neuen COVID-19-Fälle und Todesfälle zurückgeht. Aber Deutschland sticht in zweierlei Hinsicht heraus. Sie hat bisher eine beispielhafte Arbeit bei der Bewältigung ihrer Epidemie geleistet und von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelobt.

Und eine kleine, unveröffentlichte Studie in einer schwer getroffenen deutschen Stadt hat die Rufe nach einer Wiedereröffnung der Gesellschaft angeheizt, indem sie darauf hindeutet, dass das Virus weniger tödlich ist als gedacht und dass ein großer Teil der Bevölkerung bereits immun dagegen sein könnte. Viele Interviewpartner halten die Art und Weise, wie Deutschland seine Vergangenheit und seine lebendige Erinnerungskultur angegangen ist, für beispielhaft. Dies gilt aber auch als einer der Gründe für die Zurückhaltung Deutschlands. Viele Interviewte glauben, dass es an der Zeit ist, dass Deutschland aus dem Schatten der Vergangenheit tritt. Obwohl sie ihre Geschichte nicht vergessen sollte, glauben sie, dass man Deutschland vertrauen kann, mit Mäßigung zu handeln. Absolut! Auch bei den Amerikanern hat Deutschland ein unglaublich positives Image. Ich brauche keine Werbung für Deutschland in Amerika zu machen. Im Gegenteil, ich glaube nicht, dass ich jemals so geschätzt wurde, nur weil ich herkomme. Die Amerikaner sehen Deutschland als vorbildlich in Sachen Umweltschutz, Solartechnik, alternative Energien, Umweltgesetzgebung und ökologische Landwirtschaft.